Mitgliederrundschreiben: Rückblicke & Ausblicke zum Jahreswechsel 2025/2026
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Liebe Vereinsmitglieder,
in bewährter Tradition möchten wir den bevorstehenden Jahreswechsel zum Anlass nehmen, um auf die Aktivitäten unseres Vereins im vergangenen Jahr zurückzublicken und Ihnen mit diesem Schreiben gleichzeitig einen Ausblick auf die geplanten Veranstaltungen des kommenden Jahres 2026 geben.
Das vergangene Jahr 2025 stand bei uns ganz im Zeichen der Gedenkveranstaltungen zu 500 Jahre Bauernschlacht bei Pfeddersheim 23./24. Juni 1525.
Die Planungen hierzu begannen bereits im Jahr 2023 und die Organisation und Durchführung dieser Veranstaltungen war wohl die bisher größte Herausforderung, die unser Verein in seiner langjährigen Geschichte zu bewältigen hatte. Auftaktveranstaltung für dieses Gedenkjahr war am Freitag, dem 7. März der wissenschaftliche Vortrag unseres Vorstandsmitglieds Dr. Christian Bechtold über die Schlacht von Pfeddersheim am 23./24. Juni 1525. In der vollbesetzten Aula der Paternusschule erläuterte er mit viel Fachwissen und Engagement die Hintergründe und Ursachen des Bauernaufstandes in der Pfalz und die Schlacht bei Pfeddersheim.
Am 6. April 2025 gab es eine Tagesfahrt nach Landau-Nußdorf, wo wir mit ca. 15 Personen das Bauernkriegshaus und die darin befindliche Ausstellung zum Bauernkrieg besuchten. Hierbei gab es unter fachkundiger Führung interessante Einblicke zu den damaligen Ereignissen. Eine gemeinsame Einkehr bei einem örtlichen Winzer rundete diese gelungene Tagesfahrt ab.
Im Juni liefen dann in Pfeddersheim die Vorbereitungen für die eigentliche Gedenkwoche vom 18. – 22.06.2025 auf Hochtouren und alle Beteiligten wurden zu einem verschworenen Team, um dieses Ereignis zu einem unvergesslichen Erlebnis werden zu lassen.
Unser musikalisches Schauspiel „Pfeddersheimer Schicksalstage 1525“ zusammen mit der Gruppe „Net for viel & Freunden“ war ein Meilenstein in der Pfeddersheimer Geschichte, ein sogenanntes „Jahrhundertereignis“, wie es Moderator Oliver Knab bei der Premiere am 20. Juni 2025 treffend formulierte.
Nach dem Festakt am 18. Juni in der TSG-Turnhalle und der Weinwanderung am 19. Juni waren die Festspielarena in der Allee, der lauschige Kirchplatz, das Lager der Gewandeten am Cästrich sowie die historische Kanonade am Trullo für drei Tage die Orte des Geschehens, die uns alle in das Jahr 1525 zurückversetzten. Bei herrlichem Sommerwetter und drei ausverkauften Schauspielvorstellungen waren diese Festspieltage für alle Besucher, Mitwirkende, Helfer und Organisatoren einzigartige Momente, die uns alle für immer in Erinnerung bleiben werden. Diese Veranstaltungen haben bewirkt, dass die Pfeddersheimer Gemeinschaft generationsübergreifend weiter zusammengefunden hat. Was in einzelnen Gruppen und Teams begann, hat sich nach und nach zu einem großen Ganzen entwickelt und wir sind sozusagen zu einer großen Familie zusammengewachsen, aus der viele neue Freundschaften und Kontakte entstanden sind.
Dies haben nun sogar unsere östlichen Nachbarn in Worms wahrgenommen. Unser anfänglich in Worms etwas belächeltes Konzept zu „500 Jahre Bauernkrieg“ hat alle Kritiker eines Besseren belehrt und die Qualität unseres musikalischen Schauspiels war mit unserem bescheidenen Budget den Nibelungenfestspielen mindestens ebenbürtig!
Am Abend des 24. Juni 2025 gab es in der „Bluthohl“ zum Abschluss der Gedenkwoche am 500. Jahrestag der Schlacht noch eine kleine Gedenkstunde, bei der Ortsvorsteher Jens Thill mit musikalischer Umrahmung ein Gesteck zur Erinnerung an die damals gefallenen Bauern am Gedenkstein zur Bauernschlacht
niederlegte.
Im Kreuzgang des Wormser Andreasstiftes war dann am 3. Juli 2025 die Vernissage der Ausstellung „Die Luft der Freiheit“. Die Sonderausstellung zur Pfeddersheimer
Bauernschlacht lief sehr erfolgreich bis zum 2. November und wir haben diese mit einer fachkundigen Führung auch mit einer Gruppe von ca. 30 Personen am letzten
Ausstellungstag besucht.
Am Pfeddersheimer Markt war der Projektchor des Schauspiels an der Markteröffnung beteiligt und zum Marktumzug am 10. August gab es eine große Fußgruppe mit den Beteiligten des Schauspiels, die in ihren historischen Kostümen nochmals an die Gedenkwoche im Juni erinnerten.
Neben dem sensationellen Erfolg der „Pfeddersheimer Schicksalstage“ ist dies die eigentlich wichtigste Erkenntnis dieses denkwürdigen Jahres 2025.
Pfeddersheim hat sich wieder einmal von seiner besten Seite gezeigt und die Kreativität, die Ideen und das Engagement aller Beteiligten sind sicherlich einzigartig in einer Gemeinde unserer Größenordnung!
Der Mundartautor und Liedermacher Volker Gallé gastierte am 12. September mit seinem Programm „Als Adam grub und Eva spann, wo war denn da der Edelmann?“ in der Aula der Paternusschule und brachte Lieder und Texte zum Bauernkrieg zu Gehör. Am 13.12.2025 fand wieder unser Adventsfenster parallel zur „Lichterfahrt der Traktoren“ statt. In diesem Jahr erstmals im historischen Hof der Familie Knab sowie auf dem August-Ermarth-Platz in der Allee, sozusagen als Reminiszenz an die diesjährige Location des Schauspiels „Pfeddersheimer Schicksalstage 1525“. Die Resonanz war überwältigend. Bei Glühwein, Andechser Bier vom Fass, Dampfnudeln
Suppe, Würsten und deftigen Broten konnten die Besucher bei „Hühnergegacker und Hahnengekrähe“ zu abendlicher Stunde auch den weihnachtlichen Klängen der „Net for viel“ Bläsergruppe lauschen und sich an der Feuertonne in der Allee aufwärmen.
Zum Jahresende 2025 haben wir als Abschluss des Gedenkjahres in der „Bluthohl“ eine Blutbuche pflanzen lassen, um an die tragischen Ereignisse von 1525 und die für ihre Freiheitsbestrebungen gefallenen Bauern zu erinnern.
Leider mussten wir uns im Jahr 2025 auch von zwei Protagonisten unserer Mundartabende, welche wir in den Jahren 2014, 2015 und 2017 immer mit großer Resonanz und Beliebtheit durchführten, für immer verabschieden. Am 24. Februar 2025 verstarb Herr Hans Eckhard Wendel überraschend im Alter von 86 Jahren und ca. zwei Wochen später am 9. März 2025 Frau Hedi Knab, ebenfalls im Alter von 86 Jahren und ebenso überraschend.
Die Verstorbenen waren beide Jahrgang 1938 und gleichfalls Pfeddersheimer Originale, die seit Jahrzehnten das Ortsgeschehen mitgeprägt und jeweils auf ihre ureigene Art und Weise beobachtet und wiedergegeben haben.
Hedi Knab war über Jahrzehnte mit Ihren Mundartvorträgen bei der Fastnacht des MGV 1876 sowie bei den Landfrauen und anderen Veranstaltungen eine feste Größe.
Sie hat den Pfeddersheimern bleibende Erinnerungen an vergangene Zeiten beschert und ihren Mitmenschen mit ihren detailgenauen Beobachtungen im „Pedderschmer Dialekt“ große Freude bereitet.
Hans Eckhard Wendel war lange Jahre im „Quodbachtrio“ musikalisch aktiv, das mit eigenen Texten und Liedern bei zahlreichen Anlässen seinen Beitrag geleistet hat, u.a. auch in unserer Partnerstadt Nolay in Burgund. Gleichfalls war er ein begnadeter Erzähler von Anekdoten und Ereignissen der „Alt-Pfeddersheimer“ sowie ein Kenner der
Pfeddersheimer Geschichte und Geschichten und hat nicht nur bei unseren Mundartvorträgen für manchen „Lacher“ gesorgt. Dass diese beiden Pfeddersheimer Originale, die sich seit Kindesbeinen kannten und Zeit ihres Lebens sehr gut befreundet waren, nun fast zeitgleich von uns gegangen sind, hat uns sehr traurig gemacht. Aber wir sind uns ziemlich sicher, dass sie nun von oben herab die Pfeddersheimer Geschichte weiter beobachten und Petrus davon berichten. Ihre Beiträge für die „Pedderschmer Kultur“ werden unvergessen bleiben und wir werden ihnen ein ehrenvolles Andenken bewahren!
Nach dem ereignisreichen Jahr 2025 kommen wir nun zu den Ausblicken für das Jahr 2026:
Anfang des neuen Jahres werden wir eine Sonderausgabe unseres Kulturforums herausgeben, im der vor allem nochmals ein fotografischer Rückblick zum Gedenkjahr 2025 vorgesehen ist. Unsere Mitgliederversammlung wird Ende Februar/Anfang März 2026 stattfinden, zu der wir rechtzeitig noch gesondert einladen.
Im April 2026 ist eine Tagesfahrt nach Böblingen in Planung. Hier wurde im Frühjahr 2025 vom Künstler Peter Lenk aus Bodman am Bodensee ein Denkmal zum Bauernkrieg 1525 errichtet und eingeweiht, welches wir uns anschauen werden. Gleichfalls war Böblingen auch Schauplatz im Bauernkrieg und es gibt dort auch ein Museum zu diesem Thema.
Weitere Themen sind derzeit in Vorbereitung. Wir werden im Laufe des ersten Quartals 2026 nähere Informationen bekanntgeben.
Für die vielseitige Unterstützung bei all unseren Veranstaltungen im Jahr 2025 möchten wir uns bei allen Sponsoren und Förderern sowie allen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern nochmals herzlich bedanken!
Danke für jeden persönlichen Einsatz und das vielfältige Engagement, welches in jeglicher Form dazu beigetragen hat, dass dieses Gedenkjahr 2025 nun einen festen Platz in der Pfeddersheimer Geschichte hat.
In diesem Sinne wünschen wir Ihnen und Ihren Familien ein gutes und gesundes neues Jahr
2026 und verbleiben mit herzlichen Grüßen.
Vorstand der Kulturinitiative Pfeddersheim e.V.